Cover_19-6_gruen_low

Schweizer Fachzeitschrift
für Publishing und Digitaldruck


Heft-Archiv >> 2018 >> Publisher 1-18 >> Publishing >> Tipps & Tricks

Tipps & Tricks

  • Photoshop: Wenn Männer explodieren ...
  • InDesign: Versprengte Bilder einsammeln
  • InDesign: Laufweite schnell ändern
  • InDesign: Formate schnell anpassen
  • InDesign: Geteilte Ansicht ist doppelte Ansicht
  • InDesign: Markierungen nur für den Bildschirm
  • Photoshop: Zoom-Tricks mit Tastatur und Maus
  • Photoshop: Text ruckzuck umfärben
  • Acrobat: PDFs aus der Zwischenablage
  • Illustrator: Verjüngende Spiralen
  • Photoshop: So viele Methoden fürs Weichzeichnen!
Photoshop

Wenn Männer explodieren ...

(msc) ... dann war oft Photoshop am Werk. Und das gilt meist auch bei den Frauen. Der Dispersion Effect – zu Deutsch etwa Zerstreuung oder Auflösung – wird von Photo­shop-Künstlern derzeit recht gern verwendet. Kein Wunder: Er ist plakativ und veranschaulicht psychische Ausnahmesituationen, egal, ob es um Zorn, Verzweiflung oder Identitätsverlust geht.

Der Effekt braucht drei Dinge: Das passende Foto der Figur, deren Konturen abbröckeln und wegsplittern sollen. Den passenden Pinsel, mit dem die Partikel und Splitter gemalt werden. Und etwas Geduld und handwerkliches Können. Er wird in fünf Schritten aufgebaut:

  • Erstens wird die Hauptfigur freigestellt. Da der Hintergrund an manchen Stellen durchscheint, muss auch die ausgeschnittene Silhouette der Figur im Hintergrund gefüllt werden. Am einfachsten geht das mit dem Befehl Fläche füllen mit der Option inhaltssensitiv.
  • Zweitens wird die freigestellte Figur dupliziert. Die Kopie wird mit dem Verflüssigen-Werkzeug in die Richtung der «Explosion» nach aussen gezogen. Diese expansive Variante wird für die wegspickenden Partikel benötigt.
  • Drittens wird die Original-Figur mit einem passenden Explosionspinsel an den Rändern via Maske nun an den Rändern aufgebröselt und angefressen. Dazu legen Sie eine komplett deckende (schwarze) Ebenenmaske an, auf die Sie in weiss mit dem Pinsel malen.
  • Viertens wird die verzerrte Figur mit einer weissen Ebenenmaske komplett ausgeblendet. Verwenden Sie wiederum den passenden Explosionspinsel, um die wegfliegenden Splitter hervorzuarbeiten.
  • Der Rest ist nun Detailpflege: Im abgebildeten Beispiel wird das linke Brillenglas des Mannes mit einem Splittermuster versehen. Ausserdem kommt eine Vignette aufs Bild.

Im Detail wird das Beispiel in einem Youtube-Video durchexerziert, das Sie unter bit.ly/explodingman vorfinden. Den Explosionspinsel gibt es unter bit.ly/explosionspinsel.


InDesign

Versprengte Bilder einsammeln

(msc) Der Verpacken-Befehl wird gelegentlich dazu benutzt, alle verlinkten Bilder und Ressourcen in einem Ordner zu sammeln. Es geht aber auch einfacher: Markieren Sie im Verknüpfungen-Dialog alle zu sammelnden Bilder und klicken Sie im Palettenmenü auf Hilfsprogramme > Verknüpfung(en) kopieren nach... Sie können dann den Ordner angeben, in dem die Bilder gesammelt werden.


InDesign

Laufweite schnell ändern

(msc) Es ist zwar nicht die feine englische Art, Übersatz oder einen ungünstigen Zeilenfall durch Verändern der Laufweite bei Worten oder Absätzen zu flicken. Doch wenn man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dann geht es am schnellsten via Tastatur: Halten Sie Opt-Taste beim Mac bzw. Alt bei Windows und drücken Sie den Pfeil nach links zum Verringern der Laufweite. Pfeil nach rechts macht sie wieder weiter.

Übrigens: Bei gedrückter Alt-/Opt-Taste und den Pfeil-nach-oben- und Pfeil-nach-unten-Tasten erhöhen und verringern Sie den Zeilenabstand.


InDesign

Formate schnell anpassen

(msc) Wenn ein Absatz- oder Zeichenformat bei InDesign angepass werden soll, dann werden die meisten User das über die entsprechenden Dialoge tun. Es geht aber auch einfacher: Modifizieren Sie ein paar Worte mit dem richtigen Format über Direktformatierungen und betätigen Sie im Menü der Formatpalette den Befehl Format neu definieren. Mit dem Tastaturbefehl Ctrl + Alt + Umschalt + r für das Absatz- und Ctrl + Alt + Umschalt + c für das Zeichenformat geht es noch schneller. (Beim Mac jeweils Command + Umschalt + Option.)


InDesign

Geteilte Ansicht ist doppelte Ansicht

(msc) Wahrscheinlich gehören Sie zu den geschätzt 95 Prozent der InDesign-Nutzer, denen das kleine Fenster-Symbol noch nie aufgefallen ist, das sich in der rechten unteren Ecke bei jedem Dokumentenfenster findet.

Es löst den Befehl Layoutansicht teilen aus: Die Teilung erfolgt vertikal, und sie erhalten zwei Ansichten Ihres Dokuments, bei denen Sie Ausschnitt und Zoomfaktor separat auswählen können. Und die Textmarkierung ist nur in der gerade aktiven Hälfte zu sehen, sodass Sie bei der anderen Ihren Text immer ohne Highlight dargestellt erhalten.


InDesign

Markierungen nur für den Bildschirm

(msc) Bei der Teamarbeit kommt es oft vor, dass man Absätze, die noch spezielle Aufmerksamkeit der Kollegen erfordern, farblich hervorhebt.

Die Gefahr dieser Methode: Wenn keiner daran denkt, die Hervorhebung vor dem Drucken zu entfernen, dann wird sie gedruckt – und man muss behaupten, das sei in künstlerischer Absicht geschehen.

Besser ist, die fraglichen Absätze mit einem eigenen Absatzformat auszuzeichnen, bei dem eine auffällige Hintergrundfarbe definiert ist. Das tun Sie in den Absatzformatoptionen bei Absatzschattierung. Schalten Sie die Option Nicht drucken oder exportieren ein: Auf diese Weise bleiben die Hervorhebungen nur in der Satzdatei, selbst wenn niemand sich die Mühe macht, sie rechtzeitig zu entfernen.


Photoshop

Zoom-Tricks mit Tastatur und Maus

(msc) In Photoshop lässt es sich auch per Tastatur ein und auszoomen: Mit Ctrl und der Plus-Taste zoomt man ein, mit Ctrl und Minus aus. Beim Mac verwenden Sie statt Ctrl Command. Und wenn Sie Ctrl bzw. Cmd und die Leertaste gedrückt halten, dann können Sie mit einem Klick die entsprechende Bildstelle heranholen. Alt und die Leertaste verkleinern beim Klick die Ansicht, wobei wiederum die angeklickte Stelle im Fenster zentriert wird.


Photoshop

Text ruckzuck umfärben

(msc) In Photoshop eine Fläche mit der Vordergrundfarbe zu füllen, geht am schnellsten mit der Tastenkombination Alt + Backspace bei Windows und Option + Delete beim Mac. Möchte man mit der Hintergrundfarbe füllen, drückt man Ctrl + Backspace bzw. Command + Delete.

Der Clou ist nun: Diese Tastenkombinationen funktionieren auch, wenn eine Textebene ausgewählt ist: Dann wird der Text mit der Vordergrund- bzw. Hintergrundfarbe eingefärbt. Auch bei Formen funktioniert die Umfärbung. Und sogar bei Füllebenen mit Farbflächen, wenn Sie in der Ebenenpalette die Füllfarbe ausgewählt haben.


Acrobat

PDFs aus der Zwischenablage

(msc) Acrobat Pro erzeugt PDFs aus vielerlei Quellen: ab Scanner, aus anderen Dateiformaten und von Websites – aber auch aus der Zwischen­ablage: Datei > Erstellen > PDF aus Zwischenablage eröffnet eine unkomplizierte Möglichkeit, nur einen Teil einer Webseite als PDF zu speichern – nämlich denjenigen, den man markiert und kopiert hat.


Illustrator

Verjüngende Spiralen

(msc) Spiralen lassen sich in Illustrator einfach zeichnen: Beim Liniensegment-Werkzeug findet sich auch das Werkzeug Spirale, das diese Aufgabe übernimmt. Doch eindrücklicher sind die Spiralen, wenn sie sich gegen Innen verjüngen. Das lässt sich einfach bewerkstelligen: Zeichnen Sie einen simplen Keil bzw. ein sehr schmales Dreieck. Nun benötigen Sie die Pinsel-Palette, die Sie ggf. via Fenster-Menü einblenden. Markieren Sie den Keil, klicken Sie im Menü der Pinselpalette auf Neuer Pinsel und fügen Sie ihn als Bildpinsel hinzu. Achten Sie auf die richtige Richtung: Die Spitze muss am dünnen Ende sein. Und das wars schon: Weisen Sie den Pinsel der Spirale zu.


Photoshop

So viele Methoden fürs Weichzeichnen!

(msc) Photoshop bietet im Filtermenü bei Weichzeichnungsfilter geschlagene 11 Möglichkeiten an:

Bewegungsunschärfe: Nomen est omen. Simuliert die durch ­Bewegung erzeugten Verwischungen.

Box zieht nur die horizontal und vertikal benachbarten Pixel heran. Ist deswegen schnell, kann aber einen Kästchen-Effekt erzeugen.

Durchschnitt erzeugt eine homogene Fläche als Durchschnitt von Farbe und Helligkeit der markierten Pixel.

Form weichzeichnen benutzt eine wählbare Form, was zu spe­zifischen Interferenzen führen kann.

Gausscher Weichzeichner: Der Klassiker für ein natürlich diesig-dunstiges Resultat.

Matter machen behält die Kanten bei und entfernt Details aus flächigen Bereichen.

Objektivunschärfe simuliert die fotografische Tiefenschärfe. Im Alpha­kanal legen Sie eine Tiefenkarte an, die den Schärfeverlauf bestimmt.

Radialer Weichzeichner simuliert den Zoom-In-Effekt, der eine Bewegung nach vorn impliziert.

Selektiver Weichzeichner: Die präziseste Weichzeichner mit diversen Einstellmöglichkeiten, der Kanten möglichst intakt lassen soll.

Weichzeichnen und Stärker Weichzeichnen sollen automatisch unsaubere Farbübergänge, z.B. nach der Arbeit mit Freistellern, beseitigen.

Weitere, komplexe Weichzeichnungsmethoden im Menü Filter > Weichzeichnungsgalerie lassen sich untereinander kombinieren.